Notwendige Horizonterweiterung für CRM-Akteure • • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
In den 90ern tauchte plötzlich ein Wundermittel auf dem Markt der Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingstrategien auf. Auf der Packung stand Customer Relationship Management" - bzw. für Kurzsichtige überall als CRM erhältlich. Die neue Disziplin suggerierte langfristige gewinnbringende Kundenbindung und mutierte in den Folgejahren zu einer durchtechnisierten Kundenanbindungsmaschinerie, die heute eher als Fessel- und Knebeldisziplin bezeichnet werden kann. Durch gründlichsten Einsatz und tiefstes Missverstehen des CRM-Grundgedanken wurde und wird der Kunde - meines Wissens immer noch ein Mensch - zu einem lästigen Störenfried automatisiert, der nach dem Kausalitätsprinzip den festen Vorgaben des Angebotes gerade mal folgen darf. Doch im Umgang mit Kunden (vorausgesetzt: Kunde = Mensch) sind unkalkulierbare Variablen und unvorhersehbare Eigenwilligkeiten nicht durch schwarz oder weiß bzw. 1 oder 0 einzuprogrammieren und abzulegen. Es können und dürfen technische auf Massen- und Monologkommunikation angelegte Software-Errungenschaften keinesfalls die persönliche Kommunikation ersetzen. Der Autor dieses Buches hat eine notwendige CRM-Richtungskorrektur glänzend erkannt und ermöglicht mit dem Anti-CRM-Buch auf nette und fundierte Weise eine lohnende Horizonterweiterung bei allen Interessierten, die den eigentlichen Gedanken von CRM richtig verstehen wollen.
Eine Rezension von Marianne Böhm "via communication" >
vom 15. März 2008